Hoffnung am Karfreitag

In diesem Jahr ist alles anders. Nicht nur an Ostern, es fängt schon am Karfreitag an. Mit gut gefüllten Vorratsschränken bleiben wir alle zu Hause. Keine verstopften Autobahnen, kein Kofferpacken, keine stressigen Ostervorbereitungen. Augenscheinlich recht idyllisch bei dem sonnigen Wetter.

Doch da sind auch die fehlenden Treffen mit Familie und Freunden, der persönliche Kontakt fehlt. Und so mancher macht sich Sorgen über seine finanzielle Lage. Menschen, die in Lebensmittelgeschäften arbeiten (wozu bekanntlich auch Bioläden gehören), sind völlig erschöpft und freuen sich über eine kleine Verschnaufpause.

Für viele fehlt in diesen Tagen auch der Gottesdienst. Im Fernsehen oder online ist es eben nicht dasselbe …

Mehr als die Krise

Alles ist anders im Moment, doch eines bleibt: Es ist Karfreitag – der Tag, an dem wir an den Tod Jesu denken. Doch es geht nicht um den Tod allein. Diesem Tag ist zugleich eine Hoffnung inbegriffen. Die Hoffnung auf Ostern, auf die Auferstehung. Und so können wir diesen Tag und das diesjährige Osterfest auch als Hoffnung begreifen. Vielleicht sogar diejenigen, die nicht gläubig sind.

Fokus auf Essenzielles richten

Ich persönlich hoffe darauf, dass nach dem Überwinden der Coronakrise eben nicht wieder alles beim Alten ist. Natürlich wünsche ich denjenigen, die in finanzielle Nöte geraten sind, dass sie schnellstmöglich einen Weg heraus aus dieser schwierigen Lage finden. Und denjenigen, die erkrankt sind, schnelle Genesung sowie viel Kraft und Trost für alle, die einen geliebten Menschen verloren haben. Doch insgesamt sollten wir uns etwas zurückbehalten von der Menschlichkeit, die vielerorts zu spüren ist, von der Solidarität und der Nächstenliebe. Es ist schon erstaunlich, wie die teilweise Isolation und die Entschleunigung wieder die essenziellen Dinge des Lebens in den Mittelpunkt rücken. Dafür bin ich wirklich dankbar und hoffe, dass davon etwas zurückbleibt, wenn das öffentliche Leben wieder hochgefahren wird.

Ich verabschiede mich für heute mit einem Gedicht, das ich vor einiger Zeit zu einem ganz anderen Anlass geschrieben habe. Doch es kam mir am heutigen Karfreitag wieder in den Sinn. Und damit wünsche ich Ihnen in der nächsten Zeit alles Liebe und Gute. Bleiben Sie gesund und – bewahren Sie sich die

Hoffnung

Angst zu sterben
starr, gelähmt und wie gefesselt
keine Zukunft mehr vor Augen
alles Denken kreist nur um das eine

Mut zu leben,
ja zu sagen
ja, ich will
lachen
lieben
singen
tanzen
leben

Todesangst
Lebensmut
Hoffnung mach den Unterschied

 

Von Herzen grüßt Sie

Katja Sauerborn